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Neue Erkenntnisse könnten uns endlich helfen, etwas gegen RSV zu tun

Lesezeit: 3 min

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08 August 2022

Seit über 60 Jahren hat sich RSV den Wissenschaftlern entzogen. Jetzt könnten uns Innovationen in der Strukturbiologie und Immunologie dabei helfen, neue Ansätze zu finden, um Menschen zu schützen.

Seit 1955, als ein neues Virus bei Schimpansen mit Atemwegssymptomen entdeckt wurde, sind Wissenschaftler auf der Suche nach Möglichkeiten, dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) gemeinsam voraus zu sein. Über die letzten sechs Jahrzehnte hat sich RSV weltweit zu einer erheblichen Belastung entwickelt.1

Mit der Lockerung der COVID-19-Beschränkungen melden einige Länder nun ein besorgniserregendes Wiederauftreten von RSV-Infektionen.2,3 Glücklicherweise könnten wir dank der jüngsten Fortschritte in Wissenschaft, Technologie und Strukturbiologie endlich an der Schwelle stehen, neue Lösungen für diese weit verbreitete Erkrankung zu finden.

Bei GSK besitzen wir seit Jahrzehnten eine wissenschaftliche Führungsrolle bei der Prävention und Behandlung von Atemwegserkrankungen. In Kombination mit unserer Expertise bei Impfstoff-Plattformtechnologien sind wir gut aufgestellt, um einen einzigartigen Forschungs- und Entwicklungsansatz voranzutreiben, der uns hilft, RSV gemeinsam voraus zu sein.

Wer ist am stärksten durch RSV gefährdet?

Das Risiko ist bei sehr jungen Säuglingen, die noch nie mit dem RS-Virus in Kontakt gekommen sind, am größten. Ihre Atemwege sind noch sehr eng und ihr Immunsystem befindet sich noch in der Entwicklung.1

Im Gegensatz zu anderen Viren bauen Menschen, die mit RSV infiziert sind, keine vollständige Immunität auf, so dass es möglich ist, sich im Laufe des Lebens erneut anzustecken. 1 Obwohl darauffolgende Infektionen in der Regel weniger schwerwiegend verlaufen, steigt das Risiko später im Leben wieder an, da das Immunsystem mit zunehmendem Alter natürlicherweise nachlässt. Auch Menschen, deren Immunsystem durch andere chronische Erkrankungen geschwächt ist, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt.1

Bei den meisten Menschen verursacht RSV erkältungsähnliche Symptome. Aber für die genannten Risikogruppe sowie für Menschen mit Begleiterkrankungen ist es jedoch eine der Hauptursachen für schwere Atemwegsinfektionen. Dazu gehören Bronchiolitis (Entzündung und Kongestion der kleinen Atemwege oder Bronchiolen der Lunge) und Lungenentzündung (eine entzündliche Erkrankung der kleinen Lungenbläschen oder Alveolen).4

Es handelt sich um ein globales Problem. Jedes Jahr werden schätzungsweise 1,4 Millionen Kinder unter 6 Monaten5 und über 300.000 Erwachsene6 wegen RSV ins Krankenhaus eingeliefert. Das entspricht einer ähnlichen Belastung durch Krankenhausaufenthalte wie bei Influenza. Die tatsächlichen Zahlen dürften sogar noch höher ausfallen, da die Diagnosemöglichkeiten begrenzt sind.7,8

Warum ist eine Behandlung so schwierig?

Trotz dieser beträchtlichen Belastung und über einem halben Jahrhundert Forschung gibt es bis heute keinen Impfstoff gegen RSV und die Behandlungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt.4

„Mehrere Faktoren machen die Bekämpfung von RSV zu einer Herausforderung. Dazu gehören die Tatsache, dass die Infektion bei Säuglingen in einem sehr jungen Alter auftritt, die vielfältigen Mechanismen, die RSV nutzt, um die angeborene Immunität zu umgehen, das Fehlen einer dauerhaften schützenden Immunität, die durch eine natürliche Infektion ausgelöst wird, und das schwächer werdende Immunsystem mit steigendem Alter.“

Bishoy Rizkalla Global Vaccines Medical Portfolio Lead, GSK

Im Vergleich zu anderen Viren ist RSV besonders geschickt darin, unser Immunsystem zu umgehen. Da es hauptsächlich "außerhalb" des Körpers auf der Oberfläche unserer Atemwege lebt, bleibt es vor vielen unserer typischen Immunantworten geschützt. Es kann auch die eingebaute antivirale Reaktion unseres Immunsystems behindern. Indem es seine Proteine "umdreht", erschwert es unseren Antikörpern, sie zu neutralisieren - und verhindert, dass infizierte Zellen um Hilfe signalisieren.1,9

Wie die Wissenschaft helfen kann

Dank der jüngsten Fortschritte in der Strukturbiologie und Immunologie haben wir jetzt neue Erkenntnisse über die Proteine, die uns helfen, eine Immunität gegen RSV zu entwickeln. Wir verstehen auch besser, wie wir unseren Ansatz auf die Bedürfnisse besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen zuschneiden können.

"Wir wissen jetzt, dass ein bestimmtes Protein - das so genannte 'Oberflächenfusionsglykoprotein F' - an den ersten Phasen der Infektion beteiligt ist", erklärt Bishoy. Das macht es zu einem interessanten Ziel für die Forschung darüber, wie die Immunität gegen RSV gefördert werden kann, insbesondere bevor es mit anderen Zellen verschmilzt." 10

 

„Wir wissen auch, dass sich das Immunsystem von Säuglingen stark von dem von Erwachsenen unterscheidet. Jedes wird wahrscheinlich eine maßgeschneiderte Lösung benötigen. Wir brauchen Zugang zu einer breiten Palette von Technologien: One-size-fits-all - eine Lösung für alle - ist nicht gut genug.“

Bishoy Rizkalla Global Vaccines Medical Portfolio Lead, GSK

Zusammenarbeit ist entscheidend, um diese Erkenntnisse in die Tat umzusetzen. Die Wissenschaftler von GSK bringen ihr Fachwissen in verschiedene wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften ein, um unser gemeinsames Verständnis von RSV zu verbessern. Dazu gehören "PROMISE" (Preparing for RSV Immunisation and Surveillance in Europe) und "RESCEU" (Respiratory Syncytial Virus Consortium in Europe), die translationale Wissenschaftler, Ärzte, öffentliche Gesundheitsbehörden, die pharmazeutische Industrie, Patientengruppen und klinische Verbände zusammenbringen.

Gemeinsam können wir die Lösungen finden, die wir brauchen, um RSV voraus zu sein - und vor allem, um sie Patienten so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen.

Referenzen

1 Vaccine development for respiratory syncytial virus. Graham. Curr Opin Virol. 2017 Apr; 23: 107–112. Abruf am 2/11/21: Vaccine development for respiratory syncytial virus (nih.gov).

2 Resurgence of Respiratory Syncytial Virus Infections during COVID-19 Pandemic, Tokyo, Japan. Ujiie et al. Emerging Infectious Diseases. 2021; 27:11. Abruf am 20/10/21: https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/27/11/21-1565_article.

3 Delayed Seasonal RSV Surge Observed During the COVID-19 Pandemic. Agha & Avner. Pediatrics September 2021, 148 (3). Abruf am 20/10/21: https://pediatrics.aappublications.org/content/148/3/e2021052089.

4 RSV: Symptoms and care. Centers for disease control and prevention Abruf am 20/10/21: https://www.cdc.gov/rsv/about/symptoms.html

5 Global, regional, and national disease burden estimates of acute lower respiratory infections due to respiratory syncytial virus in young children in 2015: a systematic review and modelling study. Shi et al. The Lancet. 2017; 390:946–58. Abruf am 2/11/21: https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(17)30938-8.pdf. (PDF - 1.56MB)

6 Global Disease Burden Estimates of Respiratory Syncytial Virus–Associated Acute Respiratory Infection in Older Adults in 2015: A Systematic Review and Meta-Analysis. Shi T. et al, Journal of Infectious Diseases, 2020, October 2; 222 (supplement 7): S577-S583. Abruf am 2/11/21: https://academic.oup.com/jid/article/222/Supplement_7/S577/5382266.

7 Respiratory syncytial virus infection in elderly and high-risk adults. Falsey et al. N Engl J Med. 2005 Apr 28;352(17):1749-59. Abruf am 2/11/21: https://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa043951?articleTools=true.

8 Relative Impact of Influenza and Respiratory Syncytial Virus in Young Children. Bourgeois et al. 2009 Dec; 124(6): e1072–e1080. Abruf am 2/11/21: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3374864/pdf/nihms378994.pdf. (PDF - 1.83MB)

9 Respiratory Syncytial Virus Sequesters NF-κB Subunit p65 to Cytoplasmic Inclusion Bodies To Inhibit Innate Immune Signalling. Jobe et al. Journal of Virology94, No. 22. Abruf am 2/11/21: https://journals.asm.org/doi/pdf/10.1128/JVI.01380-20.

10 The respiratory syncytial virus (RSV) prefusion F-protein functional antibody repertoire in adult healthy donors. Andreano et al. EMBO Mol Med (2021)13:e14035. Abruf am 2/11/21: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8185550/pdf/EMMM-13-e14035.pdf. (PDF - 2.37MB)

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