Jeder Atemzug zählt: Was du über COPD wissen musst

COPD nimmt die Luft zum Atmen. Wir informieren über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten – mit dem Ziel, das Bewusstsein zu stärken.

Älterer Mann hustet in seine Faust

COPD betrifft Millionen Menschen weltweit und verändert den Alltag oft tiefgreifend. Eine frühzeitige Diagnose und gute Versorgung der chronischen Lungenerkrankung ist sehr wichtig. Dank medizinischer Fortschritte gibt es für Betroffene heute mehr Möglichkeiten denn je, ihre Lebensqualität zu steigern und den Alltag aktiv zu gestalten.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD, ist eine weit verbreitete, aber oft unterschätzte chronische Krankheit. In Deutschland sind 6,5 Prozent aller Frauen und 5,7 Prozent aller Männer von einer COPD betroffen.

Hochgerechnet auf die deutsche Gesamtbevölkerung entspricht das über 5 Millionen Menschen. Die COPD ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für Atemnot, die das tägliche Leben deutlich einschränken kann – das wissen viele Betroffene aus ihrem Alltag. 

Die dauerhafte, fortschreitende Entzündung der Lunge geht mit Symptomen wie Atembeschwerden, anhaltendem Husten sowie Auswurf und einem Engegefühl in der Brust einher. 

Damit sich die Erkrankung nicht verschlechtert, ist eine gezielte Behandlung entscheidend. Sie ermöglicht eine gute Kontrolle der Symptome und einen weitgehend beschwerdefreien Alltag. Um die passende Therapie zu finden, ist es wichtig, Patientinnen und Patienten individuell zu betrachten

Dr. Justus de Zeeuw | Pneumologe

Wie lässt sich COPD behandeln?

Eine präzise Beobachtung und Äußerung der eigenen Symptome durch den Betroffenen und eine sorgfältige ärztliche Untersuchung sind die Grundlage für eine frühzeitige Erkennung und Behandlung einer COPD. Je nach Ursache und Schweregrad stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf verlangsamen und Symptome lindern können. Ziel ist es, die Lungenfunktion zu erhalten und akute Verschlechterungen, sogenannte Exazerbationen, zu vermeiden. Zur Langzeitbehandlung werden entzündungshemmende und bronchienerweiternde Medikamente eingesetzt, bei akuten Beschwerden helfen kurzwirksame Inhalatoren. 

RSV – ein unterschätztes Risiko für Menschen mit COPD

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist für viele harmlos – doch für Menschen mit COPD, die anfälliger für Infektionen sind, kann eine RSV-Infektion schwerwiegende Folgen haben. Auch die Gefahr einer akuten Verschlechterung der Symptome  steigt deutlich. Eine RSV-Infektion kann zu schweren Atemwegsproblemen und Atemnot führen, die im schlimmsten Fall im Krankenhaus behandelt werden müssen. Sie kann aber auch die Grunderkrankung COPD langfristig verschlechtern. Prävention zählt: Eine RSV-Impfung kann helfen, schwere Verläufe zu verhindern.

Was können Betroffene tun?

Die Bereitschaft zur Selbstfürsorge und eine Veränderung der Lebensweise ist essenziell. Nicht nur eine gesunde Ernährung ist bei COPD wichtig. Der Pneumologe Dr. Justus de Zeeuw ergänzt: „Ergänzend können auch Impfungen, Lungensport, Atemtherapie und Rehabilitation zu einem lebenswerten Alltag trotz COPD beitragen. Daneben gilt es, rauchfrei zu sein“. Das Ziel aller Maßnahmen ist eine langfristige Symptomkontrolle, wodurch ein beschwerdefreier Alltag möglich sein kann. Alle Symptome ernst zu nehmen und sie aktiv anzusprechen, sind wichtige Faktoren, wie Betroffene in regelmäßigen ärztlichen Kontrollen, die passende Therapie erhalten können.