Was viele Menschen über Hepatitis B nicht wissen

Eine aktuelle Befragung zeigt, dass es in Deutschland Wissenslücken zu Hepatitis B gibt – insbesondere bei Risiken und Testmöglichkeiten.

Hepatitis-Virus (1)

Hepatitis B kann über lange Zeit unbemerkt bleiben. Gleichzeitig bestehen große Wissenslücken zu Ansteckung, Folgen und Testmöglichkeiten. Ergebnisse einer von uns beauftragten Befragung durch das Marktforschungsinstitut Ipsos zeigen, dass 76 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ihr Wissen über Hepatitis B als „sehr schlecht“, „schlecht“ oder „weniger gut“ einschätzen.

Warum Hepatitis B oft erst spät erkannt wird

Hepatitis B ist eine Virusinfektion der Leber. Nach einer Ansteckung heilt die Erkrankung bei vielen Menschen wieder aus. Bei manchen Betroffenen bleibt das Virus jedoch im Körper und die Infektion wird chronisch.

Das Tückische daran: Eine chronische Hepatitis B verursacht oft über Jahre hinweg keine oder nur sehr unspezifische Symptome. Viele Betroffene wissen deshalb lange nichts von ihrer Erkrankung. Dass das Wissen über Hepatitis B insgesamt begrenzt ist, zeigt auch die Umfrage: 77 Prozent der Befragten konnten keine konkreten Symptome der Erkrankung nennen.

Bleibt eine chronische Hepatitis B über viele Jahre bestehen, kann sie die Leber dauerhaft schädigen und das Risiko für schwere Folgeerkrankungen erhöhen. Welche Folgen die Infektion haben kann, ist jedoch vielen Menschen nicht bewusst. So wussten in einer weiteren internationalen Befragung nur rund 30 Prozent der Teilnehmenden, dass eine chronische Hepatitis B zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs zählt.

Nicht alle Übertragungswege sind bekannt

Auch beim Thema Ansteckung gibt es Wissenslücken. Während Risiken durch Blutkontakt vergleichsweise bekannt sind (71 Prozent), werden andere Übertragungswege häufig unterschätzt. Nur 57 Prozent der Befragten wussten, dass sexuelle Kontakte ein relevantes Infektionsrisiko darstellen können. Noch weniger bekannt ist die Möglichkeit einer Übertragung während Schwangerschaft oder Geburt (40 Prozent). Auch unhygienisches Tätowieren oder Piercen wird von vielen nicht mit Hepatitis B in Verbindung gebracht (42 Prozent). Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen einzelne Risiken kennen, wichtige Übertragungswege jedoch unterschätzen.

Testen schafft Klarheit

Besonders auffällig sind die Ergebnisse zur Früherkennung. So wussten 43 Prozent der Befragten nicht, dass man sich auf Hepatitis B testen lassen kann. Zudem war 65 Prozent nicht bekannt, dass im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung ab 35 Jahren auch auf Hepatitis B getestet werden kann.

Die Umfrage zeigt zudem: Für 64 Prozent der Befragten ist die Empfehlung ihrer Ärztin oder ihres Arztes der wichtigste Impuls, sich testen zu lassen. Wer Fragen zu persönlichen Risikofaktoren oder zu einem Test auf Hepatitis B hat, sollte das Gespräch mit seiner Ärztin oder seinem Arzt suchen.

Informiert vorsorgen 

Neben der Früherkennung spielt auch die Prävention eine wichtige Rolle. Den wirksamsten Schutz vor einer Hepatitis-B-Infektion bietet die Schutzimpfung. Auch hier zeigt die Befragung, dass Informationsbedarf besteht: Nur 40 Prozent der Befragten gaben an, gegen Hepatitis B geimpft zu sein.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass weiterhin Informationsbedarf besteht – zu Übertragungswegen, Testmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen. Denn wer informiert ist, kann Gesundheitsangebote gezielter nutzen und fundierte Entscheidungen für die eigene Gesundheit treffen.