Index-Report zu Antibiotika-Resistenzen erschienen

Zum zweiten Mal hat die Access to Medicine Foundation jetzt ihren „AMR Index Report“ veröffentlicht. Dieser „Benchmark“ vergleicht den Einsatz und den Erfolg von Pharma-Unternehmen im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen.

Bewertet werden in diesem Zusammenhang die Bereiche Forschung & Entwicklung, Herstellung, Zugang und Verwaltung. GSK schneidet sehr gut ab – der globale GSK-Kommunikationschef Phil Thomson verweist in einem Online-Artikel auf der internationalen GSK-Webseite allerdings darauf, dass noch viel zu tun bleibt, um die weltweit zunehmenden Antibiotika-Resistenzen unter Kontrolle zu bringen.

Antibiotika-Resistenzen zählen zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen auf der Welt. Die Wissenschaftler von GSK verfolgen derzeit 27 Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Bekämpfung von Infektionen, die eine Antibiotika-Resistenz nach sich ziehen könnten. 15 dieser Projekte betreffen Impfstoffe – Impfungen schützen vor vielen Infektionskrankheiten und sind deshalb ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. 

Nach Phil Thomsons Worten ist es zwar erfreulich, dass die Benchmark den Beitrag von GSK anerkennt. Aber der Report mache auch deutlich, dass Antibiotikaresistenzen eine große Bedrohung für die Gesundheit in der Zukunft und die wirtschaftliche Sicherheit darstellen und mehr getan werden müsse. Von entscheidender Bedeutung sei das Engagement von Regierungen und anderen relevanten Akteuren, einschließlich des Privatsektors.

Phil Thomson betont, es komme entscheidend darauf an, so genannte „Pull-Anreize“ zu setzen, die langfristige Forschungsinvestitionen attraktiv machen. Den derzeitigen Antibiotika-Markt bezeichnet er als „dysfunktional“. Wissenschaftlich gesehen gebe es Grund zu Optimismus, mit Aussichten auf gezielte Medikamente, neue diagnostische Technologien und Impfungen. Aber der kommerzielle Markt sei mit vielen Hürden und Herausforderungen verbunden, wie sich auch am Konkurs zweier Biotech-Unternehmen zeige, die im Antibiotika-Bereich geforscht haben.

Thomson verweist darauf, dass es vor allem politische Gründe sind, die bislang einem wirkungsvollen System aus Pull-Anreizen entgegenstehen – mit Investitionen gegen künftige Gesundheitsrisiken lassen sich kaum Wählerstimmen gewinnen, zumal, wenn Pharma-Unternehmen die Nutznießer sind. Es lohnt sich nach Thomsons Überzeugung jedoch, hier genau hinzusehen: Derzeit befinden sich rund 40 Antibiotika in der industriellen Entwicklung – 90 Prozent davon werden von kleinen Biotech-Unternehmen erforscht, wobei sich mehr als 60 Prozent noch in einem Vorläuferstadium befinden. 

Pull-Anreize können nach Phil Thomsons Überzeugung sehr wirksam sein, sie müssen dafür jedoch den gesamten Produktlebenszyklus umfassen – von der Entdeckung über die Entwicklung bis hin zur Markteinführung. Phil Thomson hofft, dass bis zum nächsten „AMR Index Report“ entsprechende Entscheidungen getroffen werden.