Förderverein der Schule für Kranke München

Kinder und Jugendliche, die längere Zeit im Krankenhaus liegen, laufen Gefahr, in der Schule den Anschluss zu verlieren. Genau das versucht die „Staatliche Schule für Kranke“ zu verhindern. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch darum, die jungen Patienten psychisch zu stabilisieren.

GSK unterstützt den Förderverein Bildung für kranke Kinder und Jugendliche München der Staatlichen Schule für Kranke München e.V. seit 2008 mit 235.000 Euro. Damit konnten unter anderem neue Lehrer eingestellt und der Unterricht erweitert werden.

Die Staatliche Schule für Kranke, München, betreut schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die wegen einer lang andauernden oder chronischen Erkrankung ihre Heimatschule nicht besuchen können. Die Schule für Kranke ist eine selbstständige »Staatliche Schule«. Der Unterricht findet an 12 Münchner Kliniken statt. Die erschwerte Lebenssituation kranker Kinder und Jugendlicher stellt die Schule für Kranke bei der Wahrnehmung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags vor besondere Anforderungen.

Im Mittelpunkt der pädagogischen Überlegungen steht der Schüler:

  • in seiner momentanen Lebenssituation
  • mit seiner Krankheit
  • mit seinen individuellen Bedürfnissen

Die Aufgabe des Unterrichts ist demnach, Krankheitsbewältigung und Bildungsauftrag als Einheit zu betrachten.

Ziel und Aufgabe der Schule für Kranke München

Das Ziel der Schule ist es, in den Hauptfächern den Schülern Anschluss an den Leistungsstand der Klasse zu gewähren.

Aufgaben:

1) Wissensvermittlung
2) Leistungsfeststellung und Leistungsbeobachtung
3) Krankenpädagogische Aufgaben

Krankheitsbezogene Hilfestellung
Unterrichtsfördernde Maßnahmen
Psychische Stabilisierung

4) Umfeldarbeit

  • Elternarbeit bzw. Kontakt zur Pflegefamilie, Heim
  • Kontakt zur Stammschule
  • Schullaufbahnberatung

Organisation des Unterrichts

Zeitpunkt, Dauer und Häufigkeit des Unterrichts werden mit dem Arzt abgesprochen.

Der Unterricht orientiert sich an der individuellen Bedürfnislage und am momentanen Befinden des kranken Schülers.

Vorrangig wird der Unterricht in den Schwerpunktfächern erteilt, ausgerichtet auf den jeweiligen schul- und jahrgangsspezifischen Lehrstoff.

Der Unterricht findet entweder im Klassenzimmer oder am Bett statt. Wenn Alter und Unterrichtsstoff es ermöglichen, werden Gruppen gebildet.

Den Schülern sind die festgelegten Unterrichtszeiten bekannt. Durch klinikspezifische Abläufe und krankheitsbedingte Veränderungen im Befinden des Patienten kann es jedoch zu Verschiebungen kommen.

Bei jedem Schüler wird Kontakt mit der Heimatschule aufgenommen. Das Mitbringen von Stoffverteilungsplänen und Unterrichtmaterialien (Bücher, Arbeitsblätter) ist der unterrichtlichen Arbeit sehr förderlich.

Videounterricht ermöglicht eine höchst flexible Unterrichtsgestaltung, unabhängig, wo die erkrankten Kinder und Jugendlichen sich befinden, z. B. von der Klinikschule nach Hause oder von zu Hause in die Heimatklasse. Außerdem können mehrere Schülerinnen und Schüler zusammen unterrichtet werden.

Schüler, die aus der Klinik entlassen werden, aber aufgrund ihrer physischen und psychischen Verfassung noch nicht in die Schule gehen können, erhalten auf Antrag Hausunterricht.

Einsatz der GSK-Fördermittel

Die Gelder von GSK kommen einem Förderverein zugute, der die Münchener Schule gemeinsam mit mehreren Elterninitiativen unterstützt. Derzeit unterrichten 22 fest angestellte Lehrer, die den Bedarf an Unterricht aber bei weitem nicht decken können.

Mit den GSK-Fördermitteln sollen zusätzliche Honorarkräfte eingestellt werden, die erweiterten Unterricht erteilen – insbesondere in den Fremdsprachen, in Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre. Außerdem soll es künftig 12 Supervision und Fortbildungen für die Lehrer geben, mit denen sie unter anderem ihr medizinisches Hintergrundwissen vertiefen. Und es wird ein Wunsch erfüllt, den viele der betroffenen Schüler immer wieder äußern: Lehrer und Ärzte besuchen ihre Schulen und klären dort über die Krankheit auf.

Weitere Informationen im Internet unter: http://www.foerderverein-schule-fuer-kranke.de/ueber_uns.htm