Zentrales Nervensystem

Das Zentrale Nervensystem (ZNS) ist die Steuerzentrale des menschlichen Organismus. Hier, in Gehirn und Rückenmark, findet die komplette Informations- und Reizverarbeitung statt. Das ZNS sammelt und verarbeitet alle eingehenden Reize, koordiniert beispielsweise die Bewegung und reguliert alle Denkprozesse.

Kommt es durch Unfälle oder Krankheiten zu einer Schädigung des ZNS, so ist davon oft der gesamte Körper betroffen.

Zu den häufigsten Krankheiten des Zentralen Nervensystems gehören Morbus Parkinson und Depressionen.

Parkinson

Die nach dem Londoner Arzt James Parkinson (1755-1824) benannte Krankheit gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems – in Deutschland gibt es schätzungsweise 13.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Zu den wichtigsten Symptomen der Krankheit gehören Zittern (Tremor), Muskelsteifigkeit (Rigor), Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) sowie eine Haltungsinstabilität (posturale Instabilität).

Morbus Parkinson beginnt schleichend und tritt zumeist erstmals zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf – allerdings können auch deutlich jüngere Menschen betroffen sein. Ausgelöst wird die Krankheit durch einen Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn. Dieser Dopamin-Mangel kann durch medikamentöse Behandlung ganz oder teilweise ausgeglichen werden. Die Parkinson-Krankheit ist derzeit nicht heilbar, lässt sich aber zumeist gut behandeln. Die Therapie mit Levodopa (Vorläufer von Dopamin) oder den so genannten Dopamin-Agonisten kann die Lebensqualität über viele Jahre hinweg erhalten. Die Lebenserwartung von Parkinson-Patienten ist dank moderner Medikamente kaum reduziert.

Hilfreiche Informationen:

Bei Symptomen wie einem leichten, aber unkontrollierbaren Zittern der Hände in Ruhe oder anderen Bewegungsstörungen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Depression

Fast jeder fünfte Einwohner Deutschlands erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depression. Rund vier Millionen Menschen leiden an einer depressiven Störung, die behandelt werden müsste – aber nur bei 1,4 Millionen Menschen ist die Krankheit diagnostiziert. Von diesen wiederum werden nur etwa 20 Prozent effizient therapiert. Mediziner sprechen von einer „Volkskrankheit“, die zahllose Fehltage zur Folge hat und im schlimmsten Fall mit einem Suizid enden kann.

Hilfreiche Informationen:

Nahezu jeder Mensch leidet irgendwann in seinem Leben unter vorübergehenden depressiven Verstimmungen. Eine ernsthafte psychische Erkrankung könnte jedoch vorliegen, wenn diese Verstimmungen über einen längeren Zeitraum anhalten und das Alltagsleben spürbar beeinträchtigen. Wer über Wochen und Monate unter einer grundlosen Traurigkeit, unter Energie- und Antriebslosigkeit oder einem Gefühl der Sinnlosigkeit leidet, der sollte sich nicht scheuen, ärztliche und psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.