Prostata

Die Vorsteherdrüse, auch Prostata genannt, ist ein Organ beim Mann, das sich unterhalb der Harnblase am Beginn der Harnröhre befindet und diese ringförmig umschließt. Sie ist etwa so groß wie eine Kastanie und wiegt normalerweise zwischen 20 und 25 Gramm. Ihre wichtigste Aufgabe: Sie sondert ein milchiges Sekret ab, das Teil der Samenflüssigkeit ist und zahlreiche Enzyme enthält, die von den Spermien für Beweglichkeit und Befruchtung benötigt werden.

Etwa ab dem 40. Lebensjahr kommt es beim Mann zu Veränderungen des Hormongleichgewichts und einer damit einhergehenden Zunahme des Prostatagewebes. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die in der Fachsprache auch benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt wird. Sie schreitet langsam fort und kann mit der Zeit unangenehme Beschwerden hervorrufen. Die Harnblase kann im weiteren Verlauf der Erkrankung oft nicht vollständig entleert werden und es kommt zu einer Harnblasenüberdehnung, auf die der Körper mit einer Verdickung der Harnblasenwand reagiert. Eine unvollständige Entleerung der Harnblase kann ernste Komplikationen nach sich ziehen, wie z. B. Harnwegsentzündungen, akuten Harnverhalt, Rückfluss des Harns aus der Harnblase in die Nieren oder ein Übergreifen der Entzündung auf die Nieren mit einer Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zum plötzlichen Nierenversagen.
Das Risiko an einer klinisch bedeutsamen, das heißt an einer behandlungsbedürftigen BPH zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter stetig an. So sind ab etwa dem 60. Lebensjahr circa 50 Prozent aller Männer betroffen, bei den über 85-Jährigen sind es bis zu 90 Prozent.

Überlappen sich unterschiedliche urogenitale Beschwerden in Verbindung mit einer vergrößerten Prostata, spricht man von einem benignen Prostatasyndrom (BPS). Patienten berichten oft von Beschwerden wie:

  • Häufiger Harndrang, auch in der Nacht
  • Schwächerer und verzögerter Harnstrahl
  • Unvollständige Harnblasenentleerung
  • Nachtröpfeln

Neben dem BPS gibt es auch bösartige Erkrankungen der Prostata, wie zum Beispiel die Entwicklung eines Prostatakrebses (Prostatakarzinom). Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland.1

Möglichkeiten der Therapie

Je eher die schleichend fortschreitenden BPH-Symptome erkannt werden, desto besser können sie behandelt werden. Bei sehr leichten Verläufen einer BPH kann der Arzt zunächst durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen ein mögliches Fortschreiten der Erkrankung identifizieren – auch "kontrolliertes Zuwarten" genannt.

Zur Behandlung von leichten Beschwerden eines BPS werden oftmals Pflanzenextrakte von Kürbiskernen, der Sägepalmfrucht oder anderen Pflanzen eingesetzt. Diese Phytotherapeutika können bei Patienten mit geringen bis moderaten Beschwerden und ohne Leidensdruck in Betracht kommen. Eine allgemeine Empfehlung für den Einsatz von Phytotherapeutika kann derzeit jedoch nicht gegeben werden.

Zur medikamentösen Therapie stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Durch Wirkstoffe, die eine Entspannung der glatten Muskulatur in der Prostata verursachen (Alpha-Blocker und Phosphodiesterase-5-Hemmer), kann eine schnelle Linderung der Symptome erreicht werden. Andere Substanzen wirken durch gezielte Hemmung bestimmter Enzyme mittel- und langfristig auf die Ursache der Erkrankung, nämlich das Wachstum der Prostata (5-Alpha-Reduktasehemmer). Anticholinergika werden bei älteren Patienten eingesetzt, um Harninkontinenz und auch BPH-Beschwerden in den Griff zu bekommen. Ab mittelschweren BPH-Symptomen können die verschiedenen Wirkstoffe auch kombiniert eingesetzt werden. Durch eine adäquate medikamentöse Therapie können eventuell Operationen vermieden werden, die in einem zu weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium meist unumgänglich sind.

Referenzen:
1 http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2015/kid_2015_c61_prostata.pdf?__blob=publicationFile [letzter Zugriff: 11.04.2017]

Hilfreiche Informationen

Durch einen Besuch beim Urologen lässt sich schnell und einfach abklären, ob die Prostata vergrößert ist. Männern ab 45 Jahren wird die regelmäßige Krebsvorsorge empfohlen – die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen.

Um Männern die Möglichkeit zu geben, sich über Erkrankungen der Prostata – insbesondere über BPH/BPS – zu informieren, stellt GSK ein Info-Portal zur Verfügung. Dieses richtet sich natürlich auch an alle weiteren Interessierten, wie PartnerInnen und Angehörige.

Das Portal bietet vielfältige Informationen rund um die Themen Prostata und Männergesundheit:

  • Symptome, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten einer BPH
  • Link-Sammlung zu den Themen Selbsthilfe, Therapie etc.
  • Prostata-Selbsttest

Der Prostata-Selbsttest (IPSS-Fragebogen, "Internationaler Prostata-Symptomen-Score") ist ein Hilfsmittel zur Selbsteinschätzung behandlungsbedürftiger BPH-Symptome. Wer möchte, kann die Fragen direkt online beantworten oder den Fragebogen herunterladen. Die Selbsteinschätzung ersetzt in keiner Weise den Arztbesuch. Der Urologe sollte bei BPH-Symptomen zu Rate gezogen und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung aufgesucht werden.

Zum Portal geht es hier: www.prostata-info.de.

Copyright: GSK

 

 

 

 

 

 

 

 

Referenzen:
1 http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2015/kid_2015_c61_prostata.pdf?__blob=publicationFile [letzter Zugriff: 11.04.2017]