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Impfprävention in der Schwangerschaft im Fokus

  • In der gynäkologischen Praxis gewinnen Impfungen an Bedeutung
  • Schutz der Mütter als auch der Säuglinge vor potenziell schwer verlaufenden impfpräventablen Infektionskrankheiten
  • Umsetzung der STIKO-Empfehlungen in der Schwangerschaft gegen Pertussis, Influenza und COVID-19

Vom 9. bis 12. März rückte der Fortbildungskongress (FOKO) des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF) Themen rund um Prävention und Impfung in der gynäkologischen Praxis in den Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Schutz von Mutter und Kind vor Infektionskrankheiten wie Pertussis, Influenza und COVID-19. Wie wichtig die Umsetzung der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) bei Impfungen in der Schwangerschaft sind, zeigte das Symposium von GSK.

Impfen als Routine in der gynäkologischen Praxis

Die Corona-Pandemie hat es noch einmal deutlich gemacht: Impfen und damit der Schutz vor potentiell schwer verlaufenden Infektionskrankheiten ist Gemeinschaftsaufgabe aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Auch in der gynäkologischen Praxis gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung. Hier geht der Blick auf die von der STIKO empfohlenen Impfungen in der Schwangerschaft zum Schutz von Mutter und Kind, aber auch die empfohlenen Impfungen für ältere Patienten – und damit das Umfeld von Schwangeren – als wichtige Bestandteile der Gesundheitsvorsorge.

Warum in der Schwangerschaft impfen?

Dr. med. Lutz Hoins, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Bremen, ging auf die drei von der STIKO empfohlenen Impfungen in der Schwangerschaft ein: gegen COVID-19, Influenza und Pertussis. Dabei stellte er die Impfung gegen Pertussis in den Mittelpunkt. Für Neugeborene und junge Säuglinge ist eine Keuchhustenerkrankung mit einem hohen Risiko verbunden, da die Krankheit bei ihnen schwer zu erkennen ist. Anstelle der typischen Hustenattacken haben Säuglinge vor allem Atemaussetzer. Über 60 Prozent der betroffenen Säuglinge unter zwei Monaten müssen hospitalisiert werden.1 Bis zur eigenen Impfung, die von der STIKO erst mit dem vollendeten zweiten Lebensmonat empfohlen ist, haben Neugeborene und junge Säuglinge keinen Schutz vor dem Erreger Bordetella pertussis. Die Hauptansteckungsquelle sind die Eltern – und insbesondere die Mütter, die für fast 40 Prozent der Infektionen der Ursprung sind.2

Kein Nestschutz gegen Pertussis

Einen natürlichen Nestschutz für Neugeborene gegen Pertussis gibt es nicht, denn in der Regel ist der Pertussis-Antikörpertiter der werdenden Mutter zu niedrig, um während der Schwangerschaft nennenswert auf den Fötus übertragen zu werden.3 Mit der Empfehlung zur Pertussis-Impfung in jeder Schwangerschaft reagierte die STIKO darauf: So sollen werdende Mütter zu Beginn des 3. Trimenons (ab der 28. Schwangerschaftswoche) gegen Keuchhusten mit einem Tdap- oder Tdap-IPV-Impfstoff geimpft werden (beispielsweise Boostrix oder Boostrix Polio4). Bei Risiko für eine Frühgeburt soll die Impfung bereits im 2. Trimenon erfolgen. Diese Empfehlung folgt der Erkenntnis, dass ein IgG-Transfer über die Plazenta insbesondere im 3. Trimenon erfolgt.5 Durch eine Impfung in diesem Zeitraum kann die IgG-Menge bei der Geburt maximiert und die erforderliche Menge von Antikörpern von der Mutter auf das Kind übertragen werden, so entsteht der Nestschutz für den Säugling.6 Seit kurzem soll die Pertussis-Impfung in der Schwangerschaft auch im Mutterpass dokumentiert werden. Zusätzlich empfiehlt sich im Rahmen der Kokon-Strategie7 die Impfung des Umfelds des Kindes – vom werdenden Vater über Geschwister und Freunde der Familie bis hin zu den Großeltern, die ggf. spätestens vier Wochen vor der Geburt eine Tdap- oder Tdap-IPV-Auffrischimpfung erhalten sollten.

Lebensthema Impfungen

Dass es in der gynäkologischen Praxis beim Thema Impfen nicht nur um werdende Mütter und das Wohl ihrer Kinder geht, darauf verwies Dr. med. Michael Wojcinski. In der Pandemie können Gynäkologen* ihren Beitrag leisten. Neben wichtigen Impfungen für Mädchen und junge Frauen wie gegen HPV, Masern, Röteln, Mumps und Windpocken nahm der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Garmisch-Partenkirchen und Sprecher der AG Impfen in der Gynäkologie des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. insbesondere auch Impfungen für ältere Patientinnen in den Blick. Denn dieses Patienten-Klientel erscheint regelmäßig zur Krebsvorsorge in der gynäkologischen Praxis. Aufgrund von Immunoseneszenz benötigen ältere Patientinnen mehr Infektionsschutz als jüngere.8 „Impfen gehört demnach zur postmenopausalen Vorsorge für ältere Patientinnen dazu!“, betont Wojcinski. Nach einer Pertussis-Boosterimpfung mit Boostrix ist auch bei älteren Patienten eine Seropositivität von ≥ 94,4 % zu erreichen.9

Beitrag für höhere Impfquoten

Gynäkologen können einen wichtigen Beitrag für höhere Impfquoten bei den für Personen ab 60 Jahren empfohlenen Impfungen wie gegen COVID-1910, Influenza, Pneumokokken11 und Herpes zoster leisten. Insbesondere bei Herpes zoster liegt die Impfquote mit knapp unter zehn Prozent noch sehr niedrig.12 Dabei kann die Erkrankung mit Hautausschlag und starken Nervenschmerzen insbesondere bei älteren Patientinnen schwere Verläufe nehmen. Gefährlich sind zudem mögliche Komplikationen, die bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen auftreten können.13 Eine mögliche Langzeitfolge ist eine Post-Zoster-Neuralgie, die mit starken Dauerschmerzen auch lange nach Abklingen des Herpes zoster einhergeht.14,15 Andere Folgeerscheinungen können ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt sein.16

Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Herpes zoster als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren sowie als Indikationsimpfung für Personen ab 50 Jahren mit erhöhter Gefährdung infolge einer Grunderkrankung.17 Der adjuvantierte Totimpfstoff Shingrix18 zeigte in klinischen Studien eine Wirksamkeit gegen Gürtelrose von mehr als 90 % bei Erwachsenen ab 50 Jahren sowie eine anhaltende Wirksamkeit über einen Nachbeobachtungszeitraum von 7 Jahren.19

Seit Änderung der Schutzimpfungsrichtlinie im Jahr 2020 darf jeder Arzt mit Impfvereinbarung zu Lasten der GKV impfen – unabhängig von der Facharztzugehörigkeit. Voraussetzung ist, dass Arzt oder KV eine Impfvereinbarung mit den regionalen Krankenkassenverbänden abgeschlossen haben.20 Damit können auch Gynäkologen ihre Patientinnen und deren Familienmitglieder gegen Infektionskrankheiten impfen – zum Schutz von Mutter und Kind während der Schwangerschaft oder als Teil der Gesundheitsvorsorge.

Referenzen

1 Mbayei SA et al., CID 2019;69(2):218–26.
2 Wiley KE, et al. Vaccine 2013; 31: 618–625.
3 Healy CM et al., 2013, Clinical Infectious Diseases 2013;56(4):539–44.
4 Fachinformation Boostrix, Juli 2021; Fachinformation Boostrix Polio Oktober 2020
5 Palmeira P et al. Clin Dev Immunol 2012;2012:985646.
6 Chu HY & Englund JA. Clin Infect Dis 2014;59:560–568.
7 Wiley KE et al. Vaccine 2013; 31:618–625; Chu HY et al. Clin Infect Dis 2014; 59:560–568; Zepp F et al. Lancet Infect Dis 2011; 11:557–570.
8 Simon AK et al., 2015 ; ProcRoyal SocB 282(1821)
9 Van Damme P et al. Vaccine 2011;29:5932–5939.
10 Statista.de: Impfquoten gegen das Coronavirus nach Altersgruppen, www.statista.de, 2. März 2022.
11 EpiBull 47/2020
12 Eigene Berechnungen GSK seit STIKO-Empfehlung 2018.
13 Harpaz R et al. MMWR Recomm Rep 2008; 57: 1-40
14 Schiffner-Rohe S et al. MMW 2009;151:193-197.
15 Meister W et al. Intervirology1998;41(6):272-277.
16 Nagel et al. CurrNeurolNeurosciRep. 2015 Apr; 15(4):16. doi:10.1007/s11910-015-0534-4.
17 EpidBull 50/2018. 525-521.
18 Fachinformation Shingrix, September 2021
19 Boutry C et al. Clinical Infectious Diseases, ciab629, https://doi.org/10.1093/cid/ciab629
20 https://www.g-ba.de/richtlinien/60/

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Ansprechpartner für Journalisten

Dr. Anke Helten
Senior PR-Managerin Impfstoffe
Communications, Government Affairs & Market Access
Tel.: 089 360448102
E-Mail: Anke.A.Helten@gsk.com

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Communications, Government Affairs & Market Access
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