Sanofi und GSK geben eine Verzögerung ihres adjuvantierten, rekombinanten, proteinbasierten COVID-19-Impfstoffprogramms zur Verbesserung der Immunantwort bei älteren Menschen bekannt

  • Zwischenergebnisse der Phase 1/2 zeigten bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 49 Jahren dieselbe Immunreaktion wie bei Patienten, die sich von COVID-19 erholten haben
  • Unzureichende Reaktion bei älteren Erwachsenen zeigt die Notwendigkeit, die Konzentration des Antigens zu adjustieren, um eine hochgradige Immunantwort in allen Altersgruppen zu erreichen
  • Unternehmen planen eine Phase-2b-Studie mit einer verbesserten Antigen-Formulierung
  • Mit Unterstützung von BARDA als Teil der Operation Warp Speed soll im Februar 2021 eine Studie im Vergleich mit einem zugelassenen COVID-19-Impfstoff beginnen
  • Verfügbarkeit wird für Q4 2021 erwartet, wenn die Entwicklung erfolgreich und nach Plan abgeschlossen ist

Sanofi und GSK geben eine Verzögerung ihres adjuvantierten, rekombinanten, proteinbasierten COVID-19-Impfstoffprogramms bekannt, um die Immunantwort bei älteren Erwachsenen zu verbessern. Die Zwischenergebnisse der Phase 1/2-Studie zeigten, dass die Immunreaktion bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 49 Jahren vergleichbar ist mit der von Patienten, die sich von COVID-19 erholten haben. Dagegen war die Immunreaktion bei älteren Erwachsenen geringer, was vermutlich auf eine unzureichende Konzentration des Antigens zurückzuführen ist.

Eine kürzlich mit einer verbesserten Antigenformulierung durchgeführte Challenge-Studie1 an nicht-humanen Primaten2 zeigte, dass der Impfstoffkandidat vor pathologischen Veränderungen der Lunge schützen und innerhalb von zwei bis vier Tagen zu einer raschen Clearance des Virus aus dem Nasen-Rachenraum und der Lungen führen könnte. Diese Ergebnisse stärken das Vertrauen des Unternehmens in die Fähigkeit der adjuvantierten rekombinanten Plattform, einen hocheffizienten Impfstoff für alle Erwachsenen zu liefern.

Die rekombinante Technologie von Sanofi und das Pandemie-Adjuvans von GSK sind etablierte Impfstoffplattformen, die sich als erfolgreich gegen Influenza erwiesen haben. Die rekombinante Technologie bietet die Vorteile einer Thermostabilität wie bei Routineimpfstoffe, die Fähigkeit, hohe und anhaltende Immunreaktionen zu erzeugen und das Potenzial, die Virusübertragung zu verhindern.

„Uns liegt die öffentliche Gesundheit sehr am Herzen, weshalb uns die heute angekündigte Verzögerung enttäuscht. Alle unsere Entscheidungen sind und werden immer von Wissenschaft und Daten bestimmt sein. Wir richten unseren Blick weiterhin nach vorne und bleiben zuversichtlich und entschlossen, einen sicheren und wirksamen Impfstoff gegen COVID-19 auf den Markt zu bringen. Nach diesen Ergebnissen und den jüngsten ermutigenden, neuen präklinischen Daten werden wir nun daran arbeiten, unseren Kandidaten weiter zu optimieren, um dieses Ziel zu erreichen," sagte Thomas Triomphe, Executive Vice President und Leiter von Sanofi Pasteur. „Kein Pharmaunternehmen kann es allein schaffen; die Welt braucht mehr als einen Impfstoff, um die Pandemie zu bekämpfen."

Roger Connor, Präsident von GSK Vaccines, fügte hinzu: „Die Ergebnisse der Studie sind nicht so, wie wir gehofft hatten. Auf der Grundlage früherer Erfahrungen und anderer Kooperationen sind wir zuversichtlich, dass das Pandemie Adjuvans-System von GSK, wenn es mit einem COVID-19-Antigen kombiniert wird, eine robuste Immunantwort mit einem akzeptablen Reaktogenitätsprofil hervorrufen kann. Es ist auch klar, dass mehrere Impfstoffe erforderlich sein werden, um die Pandemie einzudämmen. Unser Ziel ist es nun, in enger Zusammenarbeit mit unserem Partner Sanofi diesen Impfstoff mit einer verbesserten Antigenformulierung zu entwickeln, damit er einen sinnvollen Beitrag zur Prävention von COVID-19 leisten kann."

Die Unternehmen planen eine Phase-2b-Studie, die voraussichtlich im Februar 2021 mit Unterstützung der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA), Teil des HHS-Büros3 des Assistant Secretary for Preparedness and Response (ASPR) unter der Nummer W15QKN-16-9-1002 eingeleitet werden soll. Die Studie wird zusätzlich einen Vergleich mit einem bereits zugelassenen COVID-19-Impfstoff enthalten. Wenn die Daten positiv sind, könnte im zweiten Quartal 2021 eine globale Phase-3-Studie beginnen. Positive Ergebnisse aus dieser Studie würden zu Zulassungsanträgen in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 führen. Die potenzielle Verfügbarkeit des Impfstoffs würde sich damit von Mitte 2021 bis zum vierten Quartal 2021 verzögern.

Der adjuvantierte rekombinante Protein-basierten COVID-19-Impfstoffkandidat von Sanofi und GSK wurde im Juli 2020 von der Operation Warp Speed4 der US-Regierung ausgewählt, um seine Entwicklung und Herstellung zu beschleunigen. Die Unternehmen haben die Regierungen und die Europäische Kommission informiert, wo eine vertragliche Verpflichtung zum Kauf des Impfstoffs eingegangen wurde.

Phase 1/2-Studie

Die Zwischenergebnisse der Phase 1/2-Studie zeigten nach zwei Dosen ein Level neutralisierender Antikörpertiter, die mit den Seren von Patienten vergleichbar waren, die sich von COVID-19 erholt hatten. Es zeigte sich eine ausgewogene zelluläre Immunantwort bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 49 Jahren, aber keine ausreichenden neutralisierenden Antikörpertiter bei Erwachsenen über 50 Jahren. Der Impfstoffkandidat zeigte eine höher als erwartete, aber vorübergehende Reaktogenität – wahrscheinlich auf die suboptimale Antigenformulierung zurückzuführen – ohne ernsthafte unerwünschte Ereignisse. Die günstigsten Ergebnisse wurden in der Gruppe beobachtet, die die höchste Antigenkonzentration in Kombination mit dem GSK-Adjuvans erhielt und in der 88% der Teilnehmer neutralisierende Antikörpertiter zeigten. Eine Serokonversion wurde bei 89,6% der 18- bis 49-Jährigen, bei 85% in der Altersgruppe >50 Jahre und bei 62,5% in der Altersgruppe >60 Jahre beobachtet.

Bei der klinischen Studie der Phase 1/2 handelt es sich um eine randomisierte, doppelblinde und plazebokontrollierte Studie zur Bewertung der Sicherheit, Reaktogenität und Immunogenität des Impfstoffkandidaten gegen COVID-19. An der Studie nahmen insgesamt 440 gesunde Erwachsene in 10 Prüfzentren in den Vereinigten Staaten teil. Die Teilnehmer erhielten im Abstand von 21 Tagen eine oder zwei Dosen des Impfstoffkandidaten oder ein Placebo.

Die vollständigen Ergebnisse der Phase-1/2-Studie werden veröffentlicht, sobald alle Daten verfügbar sind, und zwar im Anschluss an einen von Fachkollegen begutachteten Publikationsprozess.

Jüngste präklinische Ergebnisse

Eine kürzlich durchgeführte präklinische Studie mit einem Challenge-Versuch1 an nichtmenschlichen Primaten2 mit hochvirulentem Virus zeigte, dass der Impfstoff pathologische Veränderungen der Lunge vorbeugen und die Viruslast in Nase und Lunge innerhalb von 2 bis 4 Tagen reduzieren kann. Die Ergebnisse dieser präklinischen Studie bestätigen die starke Fähigkeit des Impfstoffkandidaten, die Vermehrung des Virus mit einer optimalen Antigenformulierung zu stoppen. Diese Daten werden für die Einreichung zur Publikation vorbereitet.

GSK-Verpflichtung zur Bekämpfung von COVID-19

Die Reaktion von GSK auf COVID-19 ist eine der breitesten in der Branche, wobei neben unseren Impfstoffkandidaten, die sich in der Entwicklung befinden, zwei weitere potenzielle Behandlungen zur Verfügung stehen.

GSK arbeitet weltweit mit Unternehmen und Forschungsgruppen zusammen, die an vielversprechenden Impfstoffkandidaten für COVID-19 arbeiten, indem sie GSKs innovative Impfstoff-Adjuvans-Technologie einsetzen. Der Einsatz eines so genannten Adjuvans, eines Wirkverstärkers, ist in einer Pandemiesituation von besonderer Bedeutung, da es die Menge des pro Dosis benötigten Impfproteins verringern kann, wodurch mehr Impfstoffdosen hergestellt werden können. Somit kann der Schutz von mehr Menschen insgesamt erreicht werden. GSK zielt nicht darauf ab, während der Pandemie von Impfstoffen gegen COVID-19 Profit zu generieren, sondern wird jeden kurzfristigen Gewinn in die Coronavirus-bezogene Forschung und die langfristige Pandemievorsorge investieren – entweder durch GSK-interne Investitionen oder in Kooperation mit externen Partnern.

GSK erforscht auch potenzielle Therapeutika oder Behandlungsoptionen für COVID-19-Patienten. GSK arbeitet mit Vir Biotechnology zusammen, um bestehende und neue antivirale Antikörper zu entwickeln und zu identifizieren, die als therapeutische oder präventive Optionen für COVID-19 eingesetzt werden könnten. Außerdem wird untersucht, ob eines der GSK-Pipeline-Medikamente, der monoklonaler Antikörper Otilimab, COVID-19-Patienten helfen könnte, die eine Überreaktion ihres Immunsystems erleben, was zu Hospitalisierung oder zum Tod führen kann.

Referenzen

1 Infektionsversuch mit Virusbelastung

2 Affen, wie zum Beispiel Makaken oder Krallenaffen

U.S. Department of Health & Human Services

4 Operation Warp Speed ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die von der US-Regierung initiiert wurde, um die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von COVID-19-Impfstoffen, -Therapeutika und -Diagnostika zu erleichtern und zu beschleunigen.

 

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Sanofi und GSK geben eine Verzögerung ihres adjuvantierten, rekombinanten, proteinbasierten COVID-19-Impfstoffprogramms zur Verbesserung der Immunantwort bei älteren Menschen bekannt (PDF, 251 KB)

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