Innovative Kooperationen zur besseren HIV-Versorgung

  • Innovatives Versorgungsmanagement, das in einer Kooperation zwischen der AXA Krankenversicherung, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. und ViiV Healthcare entwickelt wurde, fördert die Diagnose bisher unerkannter HIV-Infektionen mit Hilfe der Arztinformationssoftware (AIS)
  • Dokumentation der medizinischen Notwendigkeit einer Verordnung schützt vor dem Vorwurf der Unwirtschaftlichkeit
  • Pharmaunternehmen ViiV Healthcare will HIV-Medikamente auch als Einzelsubstanzen und nicht nur als Kombinationspräparate anbieten, um die Möglichkeit der individuell angepassten Therapie zu erhalten

Stehen eine wirtschaftliche Versorgung und innovative Versorgungskonzepte im Widerspruch zueinander? Häufig scheint es so. Doch eine konstruktive Zusammenarbeit von Kostenträgern, Fachgesellschaften und pharmazeutischer Industrie kann eine Schnittmenge aus den beiden Themenkreisen erarbeiten. Ein Beispiel dafür ist ein gemeinsames Projekt der AXA Krankenversicherung AG, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (dagnä) und dem zu 100 % auf HIV spezialisierten Pharmaunternehmen ViiV Healthcare. Während die politische Ausgestaltung des Arztinformationssystems AIS noch auf sich warten lässt und eine konkrete Umsetzung in weiter Ferne liegt, unterstützt das Kooperationsprojekt die frühere Diagnose unentdeckter HIV-Infektionen bereits in der heutigen Praxisverwaltungssoftware.

Innovatives HIV-Versorgungsmanagement

Bereits am 1. Juli 2017 ging das in Kooperation entwickelte, innovative HIV-Versorgungsmanagement online. Das Ziel des Projektes ist es, für HIV-Indikatorerkrankungen zu sensibilisieren, die Diagnose von bisher unerkannten HIV-Infektionen zu fördern sowie die Verzahnung von Hausarzt und HIV-Schwerpunktarzt zu verbessern.
„Steigende Leistungsausgaben stellen im Gesundheitswesen für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar“, betonte Stefan Brunsing, Vertragsmanager Pharma der AXA Konzern AG, Köln. Neben der demografischen Entwicklung und dem medizinischen Fortschritt seien auch unwirtschaftliche Therapie- und Versorgungswege für die steigenden Kosten verantwortlich.

An diesem Punkt setzt das gemeinschaftlich entwickelte und in die Praxissoftware (Arztinformationssystem – AIS) eingebettete Tool an: Diagnostiziert der Hausarzt bei einem Versicherten von AXA eine typische HIV-Indikatorerkrankung und erfasst diese in der Praxissoftware, erscheint ein Hinweis, dass aufgrund dieser Risikoerkrankung ein HIV-Test ausdrücklich empfohlen wird. Bei nachfolgender Eingabe eines positiven Testergebnisses erscheint ein weiterer Hinweis zur Kooperation von AXA mit der dagnä und dem Angebot, darüber einen HIV-Schwerpunktarzt der dagnä für den Patienten zu finden. Während die allgemeine Versorgung des Patienten im folgenden Prozess auch weiterhin beim Hausarzt verbleibt, sollte die weitere Behandlung und Betreuung der HIV-Infektion so früh wie möglich durch den dagnä-Arzt erfolgen. „Ein HIV-Patient, der leitliniengerecht optimal behandelt wird, ist langfristig besser und wirtschaftlicher versorgt, als ein Patient, dessen HIV-Infektion immer mal wieder entgleist und zusätzliche Behandlungen erfordert,“ erläutert Brunsing den für alle Seiten positiven Effekt dieses Versorgungsmanagements. Darüber hinaus betonte er, dass dieses Projekt kein wettbewerbliches Konzept sei. „Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Kostenträger anschließen, egal ob private oder gesetzliche Krankenversicherung, denn je größer der Teilnehmerkreis ist, desto höher wird der Erfolg sein.“ Auch Robin Rüsenberg, Geschäftsführer der dagnä, hofft, dass sich noch weitere Kostenträger dem HIV-Versorgungsmanagement anschließen – denn angesichts des hohen Anteils (ca. 30 %) an Erstdiagnosen bei fortgeschrittenem Immundefekt in Deutschland1 - also HIV-Betroffenen, die erst nach längerer Infektion mit dem HI-Virus, bereits schlechten Immunwerten und ggf. ersten Symptomen von AIDS diagnostiziert werden - seien Projekte wie diese wichtig. 

Kooperationen jenseits der Medikamentenversorgung

Auch für Karsten Wagner-Gillen, Geschäftsführer von ViiV Healthcare, München, sind Kooperationen der Schlüssel zum Erfolg. Er verwies auf ein indianisches Sprichwort: „Willst du schnell sein, gehe alleine, willst du weit kommen, gehe mit anderen.“ Das Ziel von ViiV und den Projektpartnern sei es, zum Wohl des Patienten gemeinsam zu handeln und so die Versorgung und die Lebensqualität zu verbessern, sagte Wagner-Gillen. Das Unternehmen engagiere sich deshalb auch jenseits der reinen Medikamentenversorgung für die Bedürfnisse von Menschen mit HIV sowie dessen Prävention. Neben der Zusammenarbeit mit AXA bringt ViiV Healthcare seine Expertise in eine Vielzahl weiterer Partnerschaften ein. Dazu gehören die STI-Klinik „Walk in Ruhr“ in Bochum und das Projekt „SAM“- Self-Sampling als niederschwelliges Testangebot in der Pilotregion Bayern.

Wirtschaftliche Versorgung und flexible Verordnung Für die gesetzlichen Krankenkassen gelte auch in Zeiten des AMNOG das Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 2 Abs. 1 S. 3 SGB V, § 12 Abs. 1 S.1 SGB V), erinnerte Dr. iur. Gerhard Nitz, Rechtsanwalt, Dierks + Bohle Rechtsanwälte, Berlin. Das Wirtschaftlichkeitsgebot bedeutet für die Ärzte, dass sie bei zwei gleichwertig medizinischen Therapieansätzen den kostengünstigeren wählen müssen (BSG v. 31.05.2006 –B 6 KA 13/05 R –, Rn. 44). „Jedoch: gibt es einen medizinisch dokumentierten Grund, das teurere Medikament zu verordnen, dann ist es auch wirtschaftlich“, so Nitz.

In der Indikation HIV wurde bisher nur wenigen Medikamenten im Rahmen der frühen Nutzenbewertung ein Zusatznutzen attestiert (www.gba.de). Die einzige Ausnahme ist ein Wirkstoff aus dem Hause ViiV Healthcare. „Weil es auch im HIV-Bereich schon heute und auch in Zukunft durch die Generika immer mehr Optionen zur individuell zugeschnittenen Kombinationstherapie gibt, wird ViiV Healthcare auch weiterhin seine innovativen Substanzen nicht nur als Kombinationspräparate, sondern immer auch als Einzelsubstanzen anbieten“, bestätigte Wagner-Gillen ViiV Healthcares Festhalten an seinem Beitrag zum Erhalt der Verordnungsflexibilität und Wirtschaftlichkeit der individuell auf den Patienten zugeschnittenen HIV-Therapie.

Referenzen

1 Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 45/2016

Absender

ViiV Healthcare GmbH
Prinzregentenplatz 9
81675 München
www.viivhealthcare.com 

Ansprechpartner für Journalisten:

Ariane Breisach 
GlaxoSmithKline GmbH & Co KG 
im Auftrag von ViiV Healthcare GmbH
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E-Mail: ariane.x.breisach@gsk.com