Kampf gegen Krankheiten in den Entwicklungsländern

Jedes Jahr sterben Millionen von Menschen in den ärmsten Ländern der Welt an Infektionskrankheiten oder leiden unter einem schlechten Gesundheitszustand, weil sie keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung, zu wichtigen Arzneimitteln oder zu Impfstoffen haben.

Wir sehen uns verpflichtet, das zu ändern. Dazu ist aber mehr erforderlich als nur innovatives wissenschaftliches Denken. Uns ist bewusst, dass es eine spezifische Strategie braucht, um nachhaltige Verbesserungen beim Zugang zu einer grundlegenden Versorgung und zu wichtigen Arzneimitteln in den Entwicklungsländern zu erreichen.

Unser Ansatz baut auf fünf strategische Ziele auf:

Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten so auszurichten, dass sie die Bedürfnisse der Entwicklungsländer widerspiegeln

Als eine Reaktion auf die Herausforderungen, die sich in den Entwicklungsländern stellen, haben wir 2001 unser Forschungszentrum in Tres Cantos in Madrid eingerichtet. Dort arbeiten wir ausschließlich daran, die Krankheiten der Entwicklungsländer zu bekämpfen. Die Einrichtung konzentriert sich in erster Linie auf Malaria und Tuberkulose, daneben aber auch auf bestimmte vernachlässigte tropische Krankheiten. Die Entscheidungen über die Forschung werden in Tres Cantos danach getroffen, welchen Nutzen sie sozioökonomisch und hinsichtlich des öffentlichen Gesundheitswesens haben, und nicht danach, welchen kommerziellen Profit sie bringen.

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Offenerer Umgang mit unseren relevanten Daten und unserer Forschung

Bei unserer Arbeit zur Behandlung und Prävention von Malaria, Tuberkulose und Kinetoplastideninfektionen (afrikanische Schlafkrankheit, Chagas-Krankheit und Leishmaniose) haben wir das Internet dazu genutzt, um die Daten aus unseren Untersuchungen zu potentiellen neuen Behandlungen zu veröffentlichen. Wir haben unsere gesamte Bibliothek von über zwei Millionen Verbindungen durchforstet und Informationen zu den Verbindungen weitergegeben, die Anzeichen für Aktivität zeigen.

Malariaforschung

Im Mai 2010 veröffentlichte die Fachzeitschrift Nature über 13.500 potentielle „Treffer“ aus unserer Wirkstoffbibliothek - ein erster Erfolg der Öffnung des Zugangs zu unseren Verbindungen. Denn dadurch könnte die Forschung zur Entdeckung von Arzneimitteln gegen Malaria angeregt werden. Die chemischen Strukturen und die entsprechenden Testdaten zu diesen Verbindungen sind derzeit auf führenden öffentlichen Wissenschaftswebseiten nachzulesen, darunter die des European Bioinformatics Institute, der National Library of Medicine und von Collaborative Drug Discovery.

Mit diesem offenen Ansatz haben wir unsere Daten zur Malariabekämpfung an 14 Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt weitergegeben, was zu einer Reihe von neuen Forschungsprojekten geführt hat. Eine Voraussetzung dafür, dass der Zugang zu den Daten gewährt wird, ist, dass sich die Forscher bereit erklären, ihre Ergebnisse frei nutzbar zu machen und so in der Wissenschaft weitere Forschungskooperationen zu dieser herausfordernden Krankheit zu fördern.

Die Gruppe Medicines for Malaria Ventures (MMV), die unsere erste Suche nach Verbindungen gegen die Malaria mitfinanziert hat, war auch wesentlich an der Koordinierung dieses Open-Source-Ansatzes beteiligt. MMV hat einen „Malariasatz“ erstellt, der aus Verbindungen besteht, die von uns und anderen Forschergruppen bereit gestellt wurden, darunter das St. Jude’s Children’s Research Hospital und Novartis. Dieser Malariasatz wurde an über 100 Wissenschaftsteams auf der ganzen Welt versandt.

Mehrere Forschungsstätten sind auch an einem faszinierenden neuen Open-Source-Projekt zur Entdeckung von Arzneimitteln gegen Malaria beteiligt – das erste seiner Art. Sie haben dafür eine neue Idee genutzt, die als „Open Notebook Science“ bezeichnet wird. Dazu gehört, das Notizbuch des Forschers zusammen mit allen Rohdaten und verarbeiteten Daten und zugehörigem Material während der Aufzeichnung online zu stellen. Angeführt vom Todd-Labor der Universität von Sydney zusammen mit MMV und der Tres-Cantos-Einrichtung von GSK erhofft man sich von dieser neuen Praxis eine Beschleunigung des Kollaborationsprozesses.

Tuberkuloseforschung

Im Oktober 2012 kündigten wir an, dass wir den gleichen offenen Ansatz für die Tuberkuloseforschung übernehmen. Dazu haben wir etwa 200 Tbc-„Treffer“ frei verfügbar gemacht. Genauso, wie wir vorher den Zugang zu unseren Malariadaten geöffnet haben, werden wir diese Tbc-Daten der Öffentlichkeit online frei verfügbar machen. Außerdem streben wir die Veröffentlichung dieser Informationen in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift an. Wir hoffen, dass die Freigabe dieser Daten einen völlig offenen Ansatz in der Tbc-Forschung ermöglichen wird. Wir sind davon überzeugt: Dies ist der Schlüssel zur Beschleunigung der Entwicklung bei neuen Arzneimitteln zur Behandlung dieser Erkrankung.

Kinetoplastidenforschung

Schätzungsweise 20 Millionen Menschen in den Entwicklungsländern sind mit Kinetoplastiden infiziert, was zu etwa 95.000 Todesfällen pro Jahr führt. Trotz des enormen Leids, das sie verursachen, wurden diese Krankheiten in der Vergangenheit nur eingeschränkt beachtet. Wirksame Behandlungsmöglichkeiten fehlen. Um die Forschung auf diesem Gebiet anzuregen, führten wir zwischen 2012 und 2014 eine ähnliche, systematische Suche in Bezug auf Kinetoplastideninfektionen durch wie vorher bei Malaria und Tuberkulose. Im März 2015 wurden die Ergebnisse dieses Verfahrens in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht. Dadurch stehen nun die etwa 600 „Treffer“, die bei der systematischen Suche ermittelt wurden, den Forschern zur Verfügung.

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Partnerschaften mit anderen Organisationen, die unsere Werte teilen

2010 haben wir unsere Absicht geäußert, den Tres-Cantos-Campus zu öffnen, um es Forschern von GSK zu ermöglichen, enger mit Wissenschaftlern von Universitäten, gemeinnützigen Partnerschaften und anderen Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten.

Wenn wir Forschungspartnerschaften eingehen, suchen wir nach Organisationen, deren Prinzipien mit unseren auf einer Linie liegen. Durch das Arbeiten in einer Partnerschaft können wir unser Fachwissen gemeinsam nutzen, aber auch die finanziellen Lasten unserer Arbeit gemeinsam tragen.

Eine unserer am längsten bestehenden Partnerschaften ist die mit der in Genf ansässigen Stiftung Medicines for Malaria Venture (MMV). MMV konzentriert sich auf die Behandlung und letztendlich Ausrottung der Malaria, die pro Jahr bis zu zwei Millionen Menschen das Leben kostet. Die meisten Opfer sind Kinder unter 5 Jahren oder schwangere Frauen, die in tropischen Ländern mit einer schlechten Volkswirtschaft leben.

Ein weiterer Partner für uns ist die Global Alliance for TB Drug Development. Mit HIV gibt es nur eine Krankheit, die noch mehr Todesfälle verursacht als Tuberkulose. Alle 20 Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Mensch an Tuberkulose. Die WHO schätzt die Zahl der Personen, die das Bakterium in sich tragen, auf zwei Milliarden.

Wir haben unsere Forschungseinrichtung in Tres Cantos aus demselben Grund für weitere Allianzen geöffnet aus dem wir unsere Agenda „offene Innovationen“ weiter voranbringen: Wir wollen möglichst viel Wissen über vernachlässigte Krankheiten zur Verfügung stellen. Unsere Hoffnung ist, dass dieses Wissen zur Entdeckung und Entwicklung von äußerst dringend benötigten Arzneimitteln führt und eine Forschungskooperation entsteht, die wirklich weltweit führend ist.

Die Tres Cantos Open Lab Foundation

Im Jahr 2010 haben wir angekündigt, den Tres-Cantos-Campus zu öffnen, damit Wissenschaftler von GSK die Möglichkeit haben, enger mit Wissenschaftlern von Universitäten, gemeinnützigen Partnern und anderen Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten.

Im Januar 2010 haben wir zur Unterstützung externer Wissenschaftler auf dem Campus 5 Millionen £ für die Einrichtung einer unabhängigen Stiftung, der Tres Cantos Open Lab Foundation, gespendet. 2012 verdoppelten wir die Finanzhilfe auf insgesamt 10 Millionen £. Wir hoffen, dass damit und mit anderen Spenden in den kommenden Jahren im offenen Labor rund 10 Projekte in Gang kommen, die langfristig zur Entdeckung von Arzneimitteln führen können.

Alle von der Open-Lab-Stiftung unterstützten Projekte müssen zur Forschung beitragen, die die Entwicklung neuer Arzneimittel gegen Krankheiten in den Entwicklungsländern unterstützt. Auf diese Weise versuchen wir die Finanzierungsprobleme anzugehen, die lange verhindert haben, dass Krankheiten, die in den am wenigsten entwickelten Ländern besonders häufig sind, deutliche Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Seit das „Open Lab“ im Jahr 2010 eingerichtet wurde, sind 21 Wissenschaftler aus Institutionen von Weltrang in dieses offene Labor gekommen, um an 14 Projekten zu forschen. Acht weitere Projekte wurden mittlerweile zugelassen. Eines der im offenen Labor abgeschlossenen Projekte führte das von der südafrikanischen Regierung unterstützte Unternehmen iThemba durch. Bei diesem Projekt ging es um die Identifizierung neuer Verbindungen gegen Tbc, insbesondere gegen multiresistente und äußerst arzneimittelresistente Tuberkulosebakterien, und die gleichzeitige Infektion mit HIV-AIDS.

Erfahren Sie mehr über die Projekte in Tres Cantos.

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Flexible Preisbildungsstrategie

Wir haben eine flexible Preisbildung eingeführt, um sicherzustellen, dass unsere Arzneimittel und Impfstoffe die größtmögliche Zahl der Menschen, die sie brauchen, erreichen. Beispielsweise haben wir vereinbart, dass der Preis für unsere patentgeschützten Arzneimittel in den ärmsten Ländern nie mehr als 25 Prozent des Preises in Industrieländern beträgt. In dem seit 2008 bestehenden weltweiten Bewertungssystem Access to Medicines Index der Stiftung Access to Medicines Foundation steht GSK an der Spitze.

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Wie können wir bestimmte Investitionskosten kompensieren

Die Entwicklung eines Arzneimittels wie beispielsweise unseres Malaria-Impfstoffs – der derzeit von der Regulierungsbehörde überprüft wird – hätte in Industrieländern keinen Markt, durch den sich die Forschungs- und Entwicklungskosten kompensieren ließen. Wenn er sich als erfolgreich erweist, wird er von ungeheurem Nutzen für die Gesundheit sein, aber nur in tropischen Ländern, die über keine starke Wirtschaft verfügen. Daher haben wir uns verpflichtet, mit diesem Produkt nur einen geringen Gewinn zu erzielen – etwa 5 Prozent. Dieser Gewinn wird in voller Höhe in die Entwicklung von Malariaimpfstoffen der nächsten Generation oder von anderen Arzneimitteln gegen Krankheiten in den Entwicklungsländern reinvestiert.

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WIPO Re:Search

Wir gehören zu den Gründungsmitgliedern von WIPO Re:Search, einer neuen, offenen Plattform für Innovationen. Ihr Ziel besteht darin, die Entwicklung von neuen und besseren Behandlungsmöglichkeiten von vernachlässigten tropischen Krankheiten zu beschleunigen. Geforscht wird zum Beispiel nach Behandlungsmöglichkeiten von Dengue-Fieber, Tollwut, Chagas-Krankheit, Malaria und Tuberkulose.

WIPO Re:Search ist eine Kooperation von privaten und öffentlichen Organisationen, die von der World Intellectual Property Organization (WIPO) in Zusammenarbeit mit BIO Ventures for Global Health (BVGH) gesponsert wird.

Diese Kooperation baut auf einer Grundlage auf, die im Februar 2009 mit Patenten von GSK und Alnylam Pharmaceuticals geschaffen wurde: Dem "Pool for Open Innovation against Neglected Tropical Diseases". Beide Unternehmen brachten ihre Patente in diesen Pool ein und zeigten damit, dass der Schutz von geistigem Eigentum kein Hindernis bei der Forschung im Bereich vernachlässigter tropischer Krankheiten darstellen muss.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von WIPO Re:Search.

Erfahren Sie mehr auf unserer Konzernseite darüber, wie wir Krankheiten in Entwicklungsländern in den Griff bekommen wollen.