Erforschen neuer Arzneimittel

Erforschen neuer Arzneimittel

Unsere Forschung konzentriert sich auf die wissenschaftliche Arbeit zum Immunsystem und zur Humangenetik, wobei wir fortschrittliche Technologien nutzen wie funktionelle Genomanalyse, künstliche Intelligenz und machinelles Lernen – der Motor des Ganzen sind die drei Komponenten Wissenschaft x Technologie x Kultur.

Ein neues Arzneimittel hervorzubringen ist ein langer und aufwendiger Prozess. Von einer viel versprechenden Idee im Forschungslabor über die klinische Entwicklung bis zur Marktzulassung des Arzneimittels durch die Regulierungsbehörden können 15 Jahre vergehen.

Wir wollen erreichen, dass es einen nachhaltigen Strom an bedeutenden neuen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Das Instrumentarium dazu sind kleine Wirkstoffe, Antikörper, konjugierte Antikörpermedikamente und Zellen allein oder in Kombination.

Die Suche nach einem neuen Arzneimittel beginnt damit, dass wir prüfen, welche körpereigenen Prozesse zu einer Erkrankung führen oder die Symptome hervorrufen. Dieser Ausgangspunkt basiert sowohl auf unserer eigenen Forschung als auch auf allgemeineren wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Forschung – Erstellen neuer Konzepte zur Behandlung von Krankheiten oder Leiden

Wir nutzen die wachsenden Erkenntnisse zu biologischen Vorgängen, um unsere „Zielstrukturen“ zu erkennen. Eine Zielstruktur ist ein körpereigenes Molekül oder ein körpereigener Signalweg (beispielsweise ein Enzym), die zum Auftreten einer Erkrankung oder deren Symptomen beitragen. Zunächst ist es wichtig, sich zu vergewissern, dass die gewählte Zielstruktur tatsächlich valide ist, das heißt, sich so auf den Krankheitsprozess auswirkt, wie es die wissenschaftlich festgestellten Gegebenheiten vermuten lassen.

Die explosionsartige Zunahme an biologischen Daten und die technologischen Fortschritte in jüngerer Zeit eröffnen der Pharmaindustrie gewaltige Möglichkeiten, Einsichten in Krankheiten zu gewinnen, die der medizinischen Wissenschaft bis dahin nicht zugänglich waren. Die ungeahnte Menge an genotypischen und phänotypischen Daten, dazu immer ausgereiftere Technologien, wie die funktionelle Genomanalyse und das machinelle Lernen, werden uns die am besten geeigneten Zielstrukturen für Krankheiten mit höheren Erfolgsraten erkennen lassen.
Sobald eine Zielstruktur erkannt und validiert ist, werden im nächsten Schritt Wirkstoffe gesucht, die die Aktivität der Zielstruktur hemmen oder verstärken könnten. Mit den derzeitigen Techniken können mehrere hundert Verbindungen sehr schnell auf diese Aktivität untersucht werden. Verbindungen, die zunächst die von uns gewünschte Wirkung zeigen, nennen wir „Treffer“.

Entdeckung – Entwicklung und Untersuchung von Verbindungen, die einen Krankheitsprozess verändern können:

Haben wir unsere Treffer identifiziert, engen wir die Zahl möglicher Verbindungen durch weitere Untersuchungen ein. Dies hat zum Ziel, die Hauptverbindungen zu bestimmen, welche als Vorläufer für das engültige Arzneimittel, dienen. Anschließend werden die Hauptverbindungen mit chemischen Verfahren optimiert, um einzelne Eigenschaften zu verstärken. Idealerweise suchen wir nach Verbindungen:

  • die selektiv bei der die Krankheitsprozesse beeinflussenden Zielstruktur ankommen
  • die der Körper gefahrlos aufnehmen kann
  • die an die richtige Stelle im Körper gelangen, um die Zielstruktur zu finden
  • die lange genug im System bleiben, um eine Wirkung zu erzielen
  • die sich im Herstellungsprozess zu einem stabilen Präparat verarbeiten lassen, das für die Anwendung geeignet ist
  • die gut verträglich sind und wenige Nebenwirkungen verursachen

Präklinische Tests – Funktion und Wirkung einer Verbindung im System verstehen:

In dieser Phase untersuchen die Forscher die Hauptverbindungen genauer. Durch Tests an lebenden Zellen, Bakterien oder Gewebekulturen im Labor oder mit Tierversuchen erarbeiten die Wissenschaftler ein Verständnis der Wirkungen der Verbindungen.

War die Arbeit erfolgreich, hat das Forschungsteam eine Verbindung gefunden, die für die Prüfung am Menschen in Betracht gezogen wird.